Nah am Tod und nah am Leben.

Das Auschwitzgedenken am 27.1. 2026 in Potsdam.

„Ganz nah am Tod ist das Wort gekommen. Wenn ich fragen könnte, wer mich gelehrt hätte zu diesen Worten zu kommen, so kann ich nur immer wieder sagen: Der Tod.“

Mit diesen Worten beschreibt die jüdische Autorin Nelly Sachs ihren künstlerischen Prozess im Ringen um die Sprache angesichts der Vernichtung des jüdischen Volkes während des Holocaust
– Sprache suchen, wo Sprachlosigkeit herrscht.

Ganz nah am Leben haben junge Menschen unserer Schule am 27.01.2026 die Feierlichkeiten der Stadt Potsdam zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz begleitet. Die 12. Klasse sprach das Gedicht „Die Zuschauenden“ von Nelly Sachs eindrücklich und kraftvoll und lieh so ihre Stimme chorisch der Lyrik für das Unaussprechliche.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes mit Frau Hesse hatte sich die Klasse auf diesen Tag vorbereitet und dazu beigetragen, dass der Gedenktag kein bloßes politisches Ritual, sondern als ein lebendiges Erinnern begangen werden konnte. Die Veranstaltung, die aus einer Rede der Oberbürgermeisterin Frau Aubel, einer Filmvorführung und einem Podiumsgespräch bestand, wurde außerdem musikalisch einfühlsam von Johan (Klasse 12) mit der Klarinette und Nanouk (Klasse 11) mit dem Cello gerahmt.

Danke an alle beteiligten SchülerInnen für diese sorgfältig gewählten und berührenden künstlerischen Beiträge in Wort und Ton und Danke an Sibylla Hesse für das Engagement, die SchülerInnen und die Potsdamer Waldorfschule ein Teil dieses historischen Ereignis werden zu lassen.

(Maren Petzold)